Familienbund Aachen
http://familienbund-aachen.kibac.de/nachrichtenansicht?view=detail&id=19f8eede-5018-473e-9513-6c4ebfc60f39
 
 
logo-103x124

logo.jpg

Vollbild

 
 

 

Gemeinsam für menschenwürdige Arbeitszeiten!

Familienbund ist Gründungsmitglied der europäischen Allianz für einen arbeitsfreien Sonntag

Ludger Heisterkamp, Vorsitzender des Diözesanverbands begrüßt die Gründung der europäischen Allianz für einen arbeitsfreien Sonntag. Er sieht die Arbeit des „Aachener Runden Tisch Familienpolitik“ bestätigt, der sich schon seit einiger Zeit mit der Thematik Familie und Arbeit beschäftigt und eine eigene Untergruppe „Schutz des Sonntags“ gebildet hat.

Am 20. Juni starteten etwa 65 zivilgesellschaftliche Organisationen, Gewerkschaften und Kirchen die europäische Allianz für einen arbeitsfreien Sonntag mit einer Auftaktveranstaltung im Europäischen Komitee für Wirtschaft und Soziales (EESC) in Brüssel. In ihrer Grundlagenerklärung „Gemeinsam für menschenwürdige Arbeitszeiten“ verpflichten sich die Unterzeichner dem Schutz und der Förderung des arbeitsfreien Sonntags und menschenwürdigen Arbeitszeiten in ganz Europa. Der Familienbund der Katholiken ist Gründungsmitglied der Initiative. „Der Sonntag muss den Familien gehören. Denn ohne gemeinsame Zeit lässt sich ein Familienleben nicht gestalten“, sagte die Präsidentin des Familienbundes der Katholiken, Elisabeth Bußmann, zur Gründung.

Die Mitglieder der Allianz fordern, dass die europäische als auch die nationale Rechtsprechung stärker das Privatleben der Arbeitnehmer schützen müsse, einschließlich des Rechts auf freie Zeit für die Familie, für soziales und ziviles Engagement und Kultur. Sie betonen, dass die Gesellschaft einen kollektiven Rhythmus benötige, da die Menschen in sozialen Strukturen eingebettet sind, die für ihr Wohlbefinden und für den sozialen Zusammenhalt notwendig sind. Mit der Forderung der Durchsetzung dieser Rechte widerspricht die Allianz einem rein wirtschaftlich ausgerichteten Lebensstil und plädiert für eine bessere Vereinbarung von Familien- und Berufsleben. Die Allianz fordert die EU und ihre Mitgliedsstaaten auf, rechtliche und politische Maßnahmen für die Umsetzung dieser Ziele zu ergreifen, wie Arbeitszeitregelungen die das Recht auf begrenzte Arbeitszeiten, Wochenenden, Urlaub und Tarifverträge respektieren. Die Allianz lädt andere Akteure ein, der Allianz beizutreten und die Ziele auf allen politischen Ebenen zu unterstützen.

Die Auftaktveranstaltung am 20. Juni 2011 war Teil einer Expertenkonferenz zu den Auswirkungen von Sonntagsarbeit auf Gesundheit, Sicherheit und soziale Integration von Arbeitskräften.

Die Konferenz wurde von Luca Jahier eröffnet, Präsident der Gruppe III (Zivilgesellschaft) des Europäischen Komitees für Wirtschaft und Soziales. Abschließend sprach George Dassis, Präsident der Gruppe II (Arbeitnehmer). Jahier betonte, dass Europa ein soziales Modell brauche, das nicht nur auf Produktion und Verbrauch ausrichtet sei, sondern auch gemeinsame freie Zeit für soziale Interaktionen und gesellschaftliches Engagement vorsieht:“Wir brauchen Zeit für kollektive Rituale innerhalb der Gesellschaft und nicht nur Shoppen als Massenveranstaltung“.

Unter den Rednern war der Psychologe Prof. Friedhelm Nachreiner, der kürzlich in einem Verfahren am deutschen Verfassungsgericht ein Gutachten zur Sonntagsarbeit vorlegte, das ein Verbot der Ladenöffnung am Sonntag bewirkte. Er legte die Ergebnisse zahlreicher Studien vor und bewies:“Ganz gleich welche Daten Sie heranziehen, egal welche Aspekte Sie mit einbeziehen oder außen vor lassen, das Resultat ist immer das gleiche: Sonntagsarbeit hat auf jeden Menschen negative Auswirkungen und zwar auf seine Gesundheit und Sicherheit“. Der Sozialwissenschaftler Dr. Jill Ebrey, der Untersuchungen zum sozialen Wert von gemeinsamer freier Zeit an Wochenenden für Arbeitnehmer macht, gab folgende Erklärungen für diesen Befund: „Samstage und Sonntage stellen nicht nur das Ende der Woche dar sondern bilden das Wochenende – eine besondere Zeit für fast jeden Menschen. Das Abschaffen des Wochenendes bringt große Probleme mit sich.“ Die Auswirkungen auf ehrenamtliche Tätigkeiten und der wirtschaftliche Druck auf kleine und mittlere Betriebe flossen ebenfalls in die Überlegungen mit ein.

Fotos der Konferenz und Redebeiträge werden bald unter dem Link

www.europeansundayalliance.eu

zur Verfügung stehen.

Familienbund der Katholiken
Bundesgeschäftsstelle
Reinhardtstr. 13
10117 Berlin
Tel: 030-326 756 0
Fax: -20
www.familienbund.org


Von Monika Herkens

Veröffentlicht am 29.08.2011

 
Test