Familienbund Aachen
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Gespräch mit Karl Schultheis

von links: Josef-Dieter Freyaldenhoven, Birgit Heisterkamp, Karl Schultheis, Heinz-Peter Benetreu, Ludger Heisterkamp,

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Mit Politikern im Gespräch

02.07.2012: Karl Schultheis MdL, SPD-Landtagsabgeordneter für Aachen

Mit Politikern im Gespräch

Gesprächspartner: Herr Karl Schultheis, Herr Heinz-Peter Benetreu, Herr Josef-Dieter Freyaldenhoven, Frau Birgit Heisterkamp, Herr Ludger Heisterkamp

Zu Beginn des Gesprächs gratuliert Herr Heisterkamp zur erfolgreichen Landtagswahl und begrüßt, dass in der Koalitionsvereinbarung  das Thema „Familie“ einen Stellenwert gefunden hat und der Familienbund als Lobbyverband für Familie gerne einen Beitrag leisten will. Im Weiteren gibt es  einen offenen Gedankenaustausch über eine Reihe von aktuellen familienpolitischen Themen, die den Beteiligten auf den Nägeln brennt.

Familienarmut: Es gibt noch immer viel zu viel Armut. Hier sind vor allem die kinderreichen Familien und die Alleinerziehenden betroffen. Die zahlreichen Minijobarbeitsverträge führen zur Altersarmut. Deshalb wird von der neuen Landesregierung die Einführung von Mindestlöhnen erwogen, die einen größeren Leistungsanreiz zur regelmäßigen Arbeit gäbe. Auch ein Ende der „Generation Praktikum“ gäbe der jungen Familiengeneration eine größere Planungssicherheit. Gemeinsam wird festgehalten, dass Familien eine echte Wahlfreiheit für ihre Entscheidungen brauchen, das heißt, dass die Lebensentwürfe in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ideologiefrei beurteilt und wertgeschätzt werden müssen. Die Politik müsse dabei bessere Rahmenbedingungen schaffen. Die Einführung des Betreuungsgeldes sieht Herr Schultheis daher sehr kritisch, da das Geld dringend für die Infrastruktur gebraucht wird.

Schulkompromiss: Im Grunde wird der Schulkompromiss von den Vertretern des Familienbunds begrüßt, wenn er Ruhe in die Schullandschaft bringt. Kritisch gesehen wird die Tatsache, dass die Verantwortung für Schule immer mehr auf die kommunale Ebene verlagert wird. Es wird befürchtet, dass sachfremde und finanzielle Gründe Entscheidungen in den Kommunen beeinflussen und für die Familien, vor allem für die Kinder und Jugendlichen Nachteile entstehen z. B. die Nichtvergleichbarkeit der Schulbedingungen. Die Verlässlichkeit darf nicht auf der Strecke bleiben und von der Landesregierung müssen verbindliche Rahmenrichtlinien verabschiedet werden.

Leben im Alter: Der demographische Wandel führt dazu, dass immer mehr ältere Menschen sich die Frage stellen, unter welchen Bedingungen sie im Alter leben werden. Die Vertreter  des Familienbunds informieren über das Rentenmodell der katholischen Verbände. Aber nicht nur drohende Altersarmut sondern vor allem „Armut an Menschen“, die sich mit und für ältere Menschen engagieren, sind zu befürchten. Herr Schultheis fordert von den kirchlichen Institutionen, dass sie gerade auch in diesem Bereich ihre gesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen soll und zum Beispiel Begegnungsstätten für ältere Menschen nicht abbauen sondern ausbauen sollen. Nachbarschaftshilfe und Gemeinwesenarbeit können Stütze beim Aufbau von neuen intelligenten Modellen der Betreuung von älteren Mitbürgern sein.

Bestattungsgesetz NRW: Den Vertretern des Familienbunds ist es ein Anliegen, dass die menschliche Würde auch in der Phase von Sterben und Tod beachtet wird. So sehen sie mit Sorge, dass durch die „unsozialen“ Bestattungskosten, Verstorbene preiswert und anonym „entsorgt“ werden und sie bitten Herrn Schultheis, bei gesetzlichen Regelungen im Bestattungsgesetz die Würde des Menschen im Auge zu behalten. Dies gilt auch und im Besonderen für Sozialbestattungen z. B. in Aachen. Zu prüfen sei auch, ob es im Rahmen der Sozialversicherungen  eine Sterbeversicherung geben solle, die die Grundversorgung einer Bestattung übernimmt.

Die Gesprächspartner vereinbaren, den Gedankenaustausch weiterzuführen.


Von Monika Herkens

Veröffentlicht am 17.09.2012

 
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